Headline: Demokratie und Nachhaltigkeit

Demokratien bieten die Möglichkeit, dass Nachhaltigkeitsprobleme adäquat erkannt, artikuliert und in einer Weise diskutiert werden, die die Pluralität einer Gesellschaft produktiv nutzt. In der Realität haben es jedoch bislang Demokratien nicht geschafft, einen echten Wandel hin zu Nachhaltigkeit zu befördern. Für eine Nachhaltigkeitstransformation müssen sie reformiert und weiterentwickelt werden.

Der Bereich „Demokratie und Nachhaltigkeit" möchte verstehen, welche demokratischen Strukturen und Praktiken Nachhaltigkeitstransformationen unterstützen und welche Herausforderungen damit verbunden sind. Untersucht werden unter anderem vorhandene Gerechtigkeitsansprüche, die Positionen marginalisierter Gruppen in der Transformation sowie die Motive und Denkweisen der Gegner von Demokratie und Nachhaltigkeit. Dem transdisziplinären Ansatz des RIFS folgend, experimentiert der Bereich mit demokratischen Innovationen, insbesondere mit partizipativen und deliberativen Prozessen.

Die Forschungsgruppe „Ko-Kreation in der demokratischen Praxis" erforscht das transformative Potenzial demokratischer Innovationen und ko-kreativer Prozesse in Praxisfeldern, in denen unterschiedliche Ideen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen aufeinandertreffen, beispielsweise in Bezug auf den öffentlichen Raum und Mobilität. Der Gruppe gehören Prozessgestaltende und Politikforschende an. Ziel ist es zu untersuchen, wie partizipative Ansätze der Bürgerbeteiligung mit politischen Prozessen zusammenwirken können. Die Aktivitäten sind in drei miteinander verflochtenen Arbeitsbereichen organisiert: Forschung, Prototyping und Praxisgemeinschaften.

Die Forschungsgruppe „Regionale Nachhaltigkeitstransformationen" untersucht politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Faktoren, die Nachhaltigkeitstransformationen auf regionaler Ebene begünstigen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Regionen, die von CO2-intensiven Industrien geprägt worden sind. Die Gruppe fokussiert sich auf die Governance von Nachhaltigkeit, auf Gerechtigkeit im Wandel sowie auf individuelle und kollektive Wahrnehmungen, die zu Nachhaltigkeit führen. Sie erforscht ein breites Spektrum an partizipativen und deliberativen Prozessen, um Erfolgsfaktoren zu identifizieren und Prototypen zu entwickeln.

Die Forschungsgruppe „Demokratische Governance für ökopolitische Transformationen" untersucht die Herausforderungen und Möglichkeiten einer demokratischen Governance mit planetarem Horizont. Im Zentrum stehen Fragen wie: Wie formt unser Verständnis vom Erdsystem politische Räume und planetare demokratische Agenden? Welches sind die Bedingungen für ein „ökologisches Regieren", nicht nur von Menschen, sondern auch von Ökosystemen? Die Forschung konzentriert sich auf Themen wie Gemeingüter, indigener Aktivismus und Populismus.

Das Deutsch-Französische Zukunftswerk fördert die Bemühungen lokaler Regierungen in Deutschland und Frankreich, die sozial-ökologische Transformation zu beschleunigen. Es arbeitet an thematischen Schwerpunkten wie ökologische Transformation, Resilienz und nachhaltige Stadtplanung. Der Forschungsansatz ist „bottom-up", eingebettet in die Erfahrungen von Kommunen. Aufbauend auf lokalen Erkenntnissen und durch das Zusammenbringen von Experten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und politischer Verwaltung werden in einem ko-kreativen Prozess politische Empfehlungen für die nationalen Regierungen entwickelt.

Das RIFS-Schwerpunktthema „Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit" geht der Frage nach, welche Rolle Gerechtigkeitsansprüche in der Nachhaltigkeitstransformation spielen. Vor dem Hintergrund eines weit verbreiteten Narratives, demzufolge Gerechtigkeitsfragen dringende Transformationen blockierten, konzentriert sich die Gruppe darauf zu verstehen, wie und unter welchen Bedingungen die verschiedenen Dimensionen von Gerechtigkeit beachtet werden sollten, um nachhaltige Transformationsprozesse bis weit in die Zukunft zu befördern.

Dossiers

Bürgerräte Dossier

Bürgerräte gelten als zeitgemäße Ergänzung der repräsentativen Demokratie. In ihnen erarbeitet eine heterogen zusammengesetzte Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam Lösungen für politische Probleme. Das RIFS begleitet Bürgerratsprozesse in unterschiedlichen Rollen.

Fellowship

Die Autorität der Daten infrage stellen

RIFS-Fellow Julika Gittner ging in den Neunzigerjahren zum Kunststudium nach London und studierte dort anschließend Architektur. Sie hat immer als Künstlerin gearbeitet. Zugleich unterrichtete sie viele Jahre lang in Cambridge an der Fakultät für Architektur. Seit April ist sie Fellow am RIFS und erklärt im Interview, woran sie derzeit arbeitet.

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Fünf Jahre nach der Kohlekommission

Ausstieg aus der Braunkohle: Strukturwandel braucht neue Strategien

Die Arbeit der Kohlekommission wird in den Braunkohleregionen im Rückblick kritisch wahrgenommen. Da der Ausstiegsprozess noch nicht abgeschlossen ist, sind laut einer neuen Studie zusätzliche Anstrengungen und neue Strategien erforderlich, um die lokalen Gemeinschaften stärker einzubeziehen. Es brauche mehr Bürgerbeteiligung, mehr Zusammenarbeit der Akteure und Konfliktmediation.

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Deutsch-Französisches Zukunftswerk

Transformation durch agile Verwaltung

Die lokale Wärmewende gestalten, öffentliche Räume an den Klimawandel anpassen oder die Mobilitätswende anstoßen – Städte stehen vor großen Transformationsprozessen, um Klimaneutralität und Resilienz zu erreichen. Das Deutsch-Französische Zukunftswerk und das Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit (RIFS) in Potsdam haben untersucht, wie Verwaltungsprozesse bei Kommunen dem dynamischen Wandel besser gerecht werden können. Die Stadt München entwickelte dafür eine spannende Lösung.

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Berlin Science Week

Von der Hutmacherei über natürliches Bauen bis zu Podcasts

Wie in den vergangenen Jahren stehen bei der Berlin Science Week vom 1. bis 10. November 2023 die Wissenschaften im Fokus mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten, um den Austausch über Forschung und deren Ergebnisse zu fördern. Während der zehn Festivaltage treten rund 500 Vortragende auf, über 150 Organisationen sind mit von der Partie und dies bei mehr als 20.000 Besuchenden. Auch Wissenschaftlerinnen und Fellows des RIFS beteiligen sich am Dialog von Wissenschaft und Gesellschaft, von Kunst und Forschung. Ein Überblick.

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Diskussion

Indigenen-Vertreter in Berlin: Gemeinsam für den Regenwald

Im Kampf um ihr Land und ihre Lebensweise haben die indigenen Amazonas-Völker schon viel erreicht. Aber sie brauchen Unterstützung beim Schutz ihrer Gebiete, die so wichtig sind für das globale Klima und die Biodiversität. Während einer Europareise machte eine Delegation indigener Häuptlinge in Berlin Halt, besuchte den Bundespräsidenten und diskutierte anschließend mit dem Berliner Publikum über ihr Anliegen.

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LOSLAND-Projekt

Mit Bürgerbeteiligung Zukunft vor Ort gestalten

Das LOSLAND-Projekt hat zehn Kommunen in ganz Deutschland dabei unterstützt, Beteiligungsprozesse zu Zukunftsfragen umzusetzen. Zufällig ausgeloste Bürgerinnen und Bürger spielten dabei die Hauptrolle. Bei der Veranstaltung „Zukunftsfähige Demokratie durch kommunale Bürger*innenbeteiligung“ am 20. April zogen Mitwirkende Bilanz. Deutlich wurde: Beteiligungsprozesse beleben die Demokratie, sie müssen aber an Fragestellungen und Zielgruppen angepasst werden.

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Demokratie

Beteiligungsprozesse: Miteinander reden – aber wie?

Diskussionen strukturieren, Kontexte deutlich machen, Perspektiven herausarbeiten: All das sind Aufgaben von Moderatorinnen und Moderatoren. RIFS-Forschende haben in Kooperation mit der Stadt Magdeburg drei Beteiligungsverfahren gestaltet und begleitet, die auf unterschiedliche Weise moderiert wurden. Ihre Analyse von Stärken und Schwächen hilft bei der Planung künftiger Bürgerräte und anderer „Mini-Öffentlichkeiten“.

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Anthropozän

Im Kampf für Generationengerechtigkeit spielen Klimaklagen eine wichtige Rolle

Junge Menschen wurden in nationalen, regionalen und UN-Politikforen lange an den Rand gedrängt. Jetzt fordern sie aktiv ihre Rechte als Vertreterinnen und Vertreter der gegenwärtigen und zukünftigen Generationen ein. Sie tun dies mit Protesten, aber zunehmend auch mit juristischen Werkzeugen. RIFS-Forschende haben das Potenzial von Klimaklagen im Anthropozän untersucht.

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Publikation

Wie Auszubildende in der Kohleindustrie zu Gestaltern des Wandels werden

Wie gelingt in der Berufsschule ein Unterricht, der Auszubildende trotz einer bevorstehenden wirtschaftlichen Veränderung darin bestärkt, sich für den Klimaschutz einzusetzen? Am Beispiel von Auszubildenden der Kohleregion Lausitz skizziert ein Team des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), wie entsprechende Unterrichtseinheiten zu politischer Bildung und nachhaltiger Entwicklung organisiert sein sollten.

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Spiel

Torfitz: „Das ist ja wie bei uns!“

Obwohl der Strukturwandel in Regionen wie beispielsweise der Lausitz alle betrifft, werden Jugendliche wenig einbezogen. Dabei sollten bei der Zukunftsgestaltung doch alle mitreden dürfen! Durch das Forschungsprojekt „Sozialer Strukturwandel und responsive Politikberatung in der Lausitz“ am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) ist ein Planspiel für Jugendliche entstanden. Gemeinsam mit Spieleentwicklern von „Playing History“ wurde es für sechs bis 30 Spielende herausgebracht und ist gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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Interview

IASS begleitet Kommunen bei Beteiligungsprozessen

Das Team von Losland, eine Kooperation des IASS mit dem Verein Mehr Demokratie, unterstützt Kommunen dabei, ihre Zukunft nachhaltig zu gestalten. Dafür entwickelt es zusammen mit den Kommunen individuell angepasste Beteiligungsprozesse. Der IASS-Politikwissenschaftler Daniel Oppold begleitet den Prozess wissenschaftlich seit 2021. Im Interview erklärt Oppold wie das Projekt abläuft, was ein Zukunftsrat ist und das Ziel.

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Lehren aus dem Kohleausstieg

Nachhaltigkeit braucht eine neue Art der Interessenvermittlung

Trotz ehrgeiziger Rhetorik bleibt die Nachhaltigkeitspolitik in Deutschland derzeit hinter dem Notwendigen zurück. In einer Studie weisen IASS-Forscher nach, dass die etablierte Art der Interessenvermittlung zwischen Politik, Industrie und Gewerkschaften einer ambitionierten Agenda im Wege steht. Für einen erfolgreichen Wandel muss die Politik das Verhältnis zwischen Kapitalismus, Demokratie und Nachhaltigkeit neu gestalten.

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Gerechtigkeit

Wie junge Menschen für eine nachhaltige Zukunft kämpfen

Die Klimakrise bereitet vielen jungen Menschen weiterhin große Sorgen, zusätzlich werden sie von neuen Krisen wie dem Ukraine-Krieg belastet. Das hat ernsthafte Folgen für die psychische Gesundheit und lässt Fragen von Generationengerechtigkeit ganz konkret werden. Bereits seit einigen Jahren bringen junge Menschen Fragen der Verantwortung der Älteren gegenüber den Jüngeren stärker in Umwelt- und Klimadebatten ein. In einer neuen Publikation zeigen IASS-Forschende, wie eine nachhaltige Zukunft zu einem wichtigen Thema des klimapolitischen Diskurses wurde.

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Berlin klimaneutral bis 2045

Auftakt des Klimabürger:innenrats in Berlin

Der Berliner Senat hat sich das Ziel gesetzt, Berlin bis 2045 zur „klimaneutralen“ Stadt zu machen. Auf dem Weg dahin wird sich der Alltag der Berlinerinnen und Berliner verändern, ob beim Wohnen, bei der Mobilität, beim Umgang mit Energie. Deswegen hat der Senat eine Initiative aus der Zivilgesellschaft aufgegriffen und einen Klimabürger:innenrat ins Leben gerufen, in dem zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger über Klimaschutz-Maßnahmen in Berlin beraten. Das IASS unterstützt den Klimabürger:innenrat mit wissenschaftlicher Expertise.

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Amazonas

Eine neue „Wahrheit“ über den Regenwald: Wie Bolsonaro-Anhänger Satellitendaten missbrauchen

Satelliten spielen seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle bei der Überwachung der Abholzungsrate im Regenwald. Doch die Art und Weise, wie diese Daten genutzt werden, hat sich unter der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro geändert. Seine Anhänger stellen wissenschaftliche Erkenntnisse in Frage, um eine Weltsicht zu propagieren, die den wirtschaftlichen Profit in den Vordergrund rückt.

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Publikation

Welche Expertise ist fürs Gestalten von Kollaboration nötig?

Die Herausforderungen unserer Zeit erfordern immer häufiger, dass Forschende in neue Rollen schlüpfen. Deshalb hat ein Team des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) neue Beratungsansätze analysiert, in welchen Akteure aus Politik und Verwaltung dabei unterstützt wurden, kollaborative Prozesse rund um sozio-ökologische Fragen zu konzipieren. Die darüber veröffentlichte Studie benennt Kenntnisse, Fähigkeiten und Praktiken, die für die Gestaltung von Kollaborationen notwendig sind.

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Kohleausstieg

Gerechtigkeit im Lausitzer Strukturwandel

Der Strukturwandel in der Lausitz soll gerecht ablaufen. Aber was bedeutet das genau? Im öffentlichen Diskurs stehen oft finanzielle Fragen im Vordergrund. Andererseits geht mit schrumpfenden Industrien der Verlust von Anerkennung einher. Wie Aspekte der Umverteilung und Anerkennung sich in den Diskursen über einen gerechten Übergang vermischen, untersuchen Konrad Gürtler (IASS) und Jeremias Herberg (Radboud Universität) in einem Artikel im Journal of Environmental Policy & Planning.

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IASS Policy Brief

Wie junge Menschen über die Zukunft der Lausitz mitentscheiden können

Für die Lausitz ist der Kohleausstieg mit einem umfassenden Strukturwandel verbunden. Aktuelle Entscheidungen werden die Region für die nächsten Jahrzehnte prägen. Ein wichtiges Ziel im Strukturwandel ist es, die Lausitz attraktiv für junge Menschen zu gestalten. Ein IASS Policy Brief bietet Empfehlungen, wie die Politik sie an der Gestaltung des Strukturwandels beteiligen kann.

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Kohleausstieg

Strukturwandel Lausitz: Auszubildende wollen stärker mitgestalten

Wie nehmen Auszubildende des Energiekonzerns Leag den Strukturwandel in der Lausitz wahr? Welche Lebenswege und Planungen verfolgen sie – eine Zukunft in der Region oder außerhalb? Welche Faktoren sind ihnen wichtig, um zu bleiben, und wie müsste eigentlich eine richtig gute Arbeitsstelle aussehen? Diese Fragen haben Auszubildende der Leag in Workshops mit dem IASS diskutiert und gemeinsam mit den Forschenden eine quantitative Umfrage entwickelt.

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Bürgerbeteiligung

Losland-Projekt gestartet: Zukunft in Kommunen gestalten

Mit dem Projekt „Losland“ unterstützt ein Team des IASS gemeinsam mit Mehr Demokratie e.V. Bürgerbeteiligungen auf kommunaler Ebene. Im Rahmen des Projekts werden in zehn deutschen Kommunen und Städten passgenaue Bürgerbeteiligungsprozesse zur Frage durchgeführt: „Wie können wir eine enkeltaugliche Zukunft bei uns vor Ort gestalten?“. Losland wird gefördert von der Bundeszentrale für Politische Bildung.

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Berlin

Mobilität beim Einkaufen: Händler überschätzen Rolle des Autos

Einzelhändler fürchten häufig einen Rückgang ihrer Umsätze, wenn der Platz zum Abstellen privater PKW reduziert wird. Tatsächlich schätzen sie damit das Mobilitätsverhalten ihrer Kundinnen und Kunden falsch ein, wie eine Umfrage von IASS-Forschenden am Beispiel zweier Einkaufsstraßen in Berlin zeigt. Die Erkenntnisse bieten eine Wissensgrundlage für eine besser informierte Entscheidungsfindung bezüglich der Flächennutzung in Städten.

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Brandenburg

Kindsein in Corona-Zeiten: Umfrage macht Sorgen und Wünsche deutlich

Die Einschränkungen während der Corona-Pandemie haben Kinder und Jugendliche hart getroffen, auch in der brandenburgischen Stadt Lauchhammer. Eine Umfrage zeigt, wie es ihnen in dieser Zeit ergangen ist. Da die Stadt Lauchhammer Kinder und Jugendliche regelmäßig an kommunalen Themen und Projekten beteiligt, ging es auch darum, wie ein Neustart in der Beteiligung nach der Pandemie möglich ist.

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Expertenkommissionen

Wie Deutschland und Kanada den Kohleausstieg demokratisch zu legitimieren versuchen

Der Kohleausstieg ist für einen wirksamen Klimaschutz unerlässlich, löst aber in den betroffenen Regionen Ängste und Widerstände aus. Um den damit einhergehenden Strukturwandel erfolgreich zu gestalten, haben Kanada und Deutschland verschiedene Interessengruppen eingebunden. In einer neuen Studie vergleichen IASS-Forscher zwei Stakeholder-Kommissionen auf der Grundlage von Experteninterviews mit ihren Mitgliedern und zeichnen nach, wie die Regierungen mithilfe von Kommissionen ihre Ausstiegsspolitik legitimieren.

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Demokratische Transformationen

Bildung für nachhaltige Entwicklung im Lausitzer Strukturwandel

Wie können Schülerinnen und Schüler den Strukturwandel in der Lausitz verstehen und sich sogar aktiv einbringen? In einer Studie zeigen IASS-Forschende, wie Lehrkräfte die Veränderungen in der Braunkohleregion zum Unterrichtsthema machen können. Ziel ist es nicht nur Diskussionen anzuregen, sondern auch die Jugendlichen zu befähigen, sich an der Gestaltung des Strukturwandels zu beteiligen.

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Studie

Trotz Kohlekommission: Warum weiter über den Ausstieg gestritten wird

Können Expertenkommissionen bei umstrittenen Entscheidungen zu demokratisch legitimierten Lösungen beitragen? Dies hat ein Team des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) am Beispiel der „Kohlekommission“ mit einem neuen Kriteriensystem analysiert. Die Autoren heben unter anderem positiv hervor, dass die Kommission zu einem Kompromiss geführt habe. Andererseits kritisieren sie, dass die Gemeinwohlorientierung wegen der hohen Kosten bei geringen klimapolitischen Ambitionen umstritten ist und keine Bürgerbeteiligung stattfand. Das Team liefert Hinweise für das Gelingen künftiger Kommissionen.

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Zukünfte

Kein Platz für visionäres Denken? Der Einfluss von zivilgesellschaftlichen Organisationen auf die UN-Nachhaltigkeitsziele

Die Entwicklung der Sustainable Development Goals (SDGs) sollte inklusiver, transparenter und partizipativer verlaufen als frühere Prozesse der Vereinten Nationen. Deshalb wirkten auch zivilgesellschaftliche Organisationen mit. Wie sie agierten und mit welchen Zukunftsvisionen sie die Ziele verknüpften, analysieren Henrike Knappe und Oscar Schmidt vom IASS in einer neuen Studie.

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Neuerscheinung

Lausitz: Die Veränderung geht von den Menschen aus

Für viele ist der „Kohleausstieg" inzwischen mit einer Region östlich von Berlin verknüpft: der Lausitz. Wer jedoch nie vor Ort war, kann die regionale Situation selten nachvollziehen. Umso hilfreicher ist das Buch „Wir machen das schon" aus dem Ch. Links Verlag: Von der Baggerfahrerin über die Bürgermeisterin bis hin zur Foodbloggerin - 15 Persönlichkeiten stellen als Autorenteam diesen Landstrich vor und zeigen, was in der Region möglich ist, in der „die Kohle" längst nicht mehr das Maß aller Dinge ist.

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Studie

Strukturwandel: Junge Lausitzer Bevölkerung verstärkt einbinden

Es wird viel über den Strukturwandel gesprochen. Aber wie geht es denen, die sich mitten im Strukturwandel befinden? Jugendliche, die in der Ausbildung sind und bleiben wollen, sind besonders vom Kohleausstieg in der Lausitz betroffen. Ein Team des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) hat in Kooperation mit der Ausbildungsleitung des Braunkohleunternehmens LEAG eine Workshop-Reihe mit Auszubildenden durchgeführt. Heraus kamen Empfehlungen für Akteure aus Politik, Wirtschaft und Bildung.

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Strukturwandel

Mehr Bürgerpower für die Zukunft in den Revieren

Im Juli 2020 haben Bundestag und -rat die Gesetze zum Kohleausstieg bis 2038 und zur Stärkung der regionalen Wirtschaft beschlossen. Wie können zwei vom Kohleausstieg besonders stark betroffene Regionen – die Lausitz und das Rheinische Revier – den Strukturwandel demokratisch, ökologisch und sozial umsetzen? Das IASS Potsdam und das Kulturwissenschaftliche Institut Essen legen dazu gemeinsame Empfehlungen vor.

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Studie

Zivilgesellschaft: Hoffnungsträgerin im Strukturwandel?

In weniger als zwei Jahrzehnten soll der Braunkohlebergbau in der Lausitz endgültig beendet sein. Das bedeutet einen erneuten Strukturwandel für die Region, die nach der deutschen Wiedervereinigung schon den Großteil ihrer Industrien verlor. Wie wird sich der Strukturwandel auf die zivilgesellschaftlichen Strukturen auswirken? Ist die Zivilgesellschaft gefährdet oder kann sie ihre Positionen stärken und zum Erfolg des Strukturwandels beitragen?

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Kohleausstieg

Zwischen Populismus und Erneuerung: Wie der Strukturwandel in der Lausitz gelingen kann

Die Lausitz steht in den nächsten Jahrzehnten vor einer doppelten Herausforderung: Mit dem Kohleausstieg bricht eine zentrale Industrie weg, und die sich zunehmend radikalisierende AfD erfährt in der Region große Zustimmung. In einer neuen Veröffentlichung diskutiert IASS-Wissenschaftler Tobias Haas die ökonomischen, politischen und kulturellen Gründe für das Erstarken des autoritären Populismus in der Lausitz. Gleichzeitig identifiziert er Dynamiken einer progressiven Erneuerung.

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Strukturwandel

Blockierter Wandel: Kann die Lausitz aus der Kohle aussteigen?

Der Kohleausstieg in der Lausitz zieht sich schon seit drei Jahrzehnten hin. Die Region leidet unter einem verschleppten Strukturwandel, der Abwanderung junger Menschen und lokalen Interessenkonflikten. Jetzt ist die Politik doppelt gefragt: Wirtschaftliche Investitionen sind notwendig, aber sie reichen nicht aus. Die Bevölkerung in der Region sollte mitentscheiden, wohin die Entwicklung gehen soll. IASS-Forscher analysieren in einer neuen Publikation, was den Wandel blockiert, und beschreiben die Chancen für demokratische Gestaltung.

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Workshop zu Lab-Methoden

Nachhaltigkeit und Demokratie: Was können Labs leisten?

Die heutige Zeit ist geprägt von komplexen Problemen, die die etablierten Formen demokratischen Regierens gefährden. Wie können Labs – kollaborative Räume zum Ausprobieren innovativer Ideen – zu demokratischen Innovationen und zu Nachhaltigkeit beim Regieren beitragen? Beim Workshop „Toward Democratic Transformation: A Lab on Labs“ am IASS beschäftigten sich internationale Fachleute mit Lab-Methoden und -Grundsätzen, die Demokratie und Nachhaltigkeit fördern.

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Politische Prozesse

Empfehlungen zum Umgang mit Fridays for Future

Das Interesse am Klimaschutz ist stark gewachsen. Die „Fridays for Future“-Bewegung erhält viel staatlichen und gesellschaftlichen Zuspruch, der sich bislang jedoch kaum in tatsächlichen Veränderungen niedergeschlagen hat. Für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, die den Klimaschutz mit stärkerem Engagement vorantreiben wollen, hat IASS Fellow Elizabeth Dirth eine kompakte Handreichung sowie einen ausführlicheren Policy Brief verfasst.

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Desinformation und Klimawandel

Zeit für eine neue Kommunikation der Klimathemen

Falschmeldungen über Klimathemen haben zugenommen, mit Verschwörungstheorien werden wissenschaftliche Fakten in Frage gestellt. In welcher Art und Weise kommt Desinformation in die Welt, zu welchem Zweck und wer sind die Akteure? Zu diesen und weiteren Fragen hat am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) ein Workshop mit internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern stattgefunden.

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Interview

Klimaschutz in Israel nimmt Gestalt an

David Dunetz ist seit 20 Jahren für das Heschel Center for Sustainability in Tel Aviv tätig, das die Israel Climate Alliance und viele Konsortien aus Organisationen der Zivilgesellschaft koordiniert. Aktuell untersucht er als Gastforscher am IASS Potsdam im Rahmen eines Programms mit dem Israel Public Policy Institute, wie Bürgerbeteiligung die Klimapolitik und demokratische Innovationen voranbringen kann.

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IASS Policy Brief

Strukturwandel und Mobilität: Zwei Herausforderungen für Brandenburg

Brandenburg steht im Jahr 2019 vor großen Herausforderungen und wichtigen Entscheidungen. Die Landtagswahl wird die politischen Kräfteverhältnisse verändern. Brandenburg hat aber auch besondere Ressourcen und Chancen, die für die aktive Zukunftsgestaltung genutzt werden können. Ein IASS Policy Brief gibt Empfehlungen für „Strukturwandel und Mobilität: Zwei Herausforderungen für Brandenburg“.

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Bürgerbeteiligung

Demokratie 3.0: Wie mehr Bürgerbeteiligung gelingt

Wie kann die parlamentarisch-repräsentative Demokratie gestärkt und vitalisiert werden? Vor dem Hintergrund der immer komplexer werdenden gesellschaftlichen Zukunftsfragen liegt mit der Studie „Bundesrepublik 3.0“ nun ein Konzept für mehr Partizipation auf Bundesebene vor. Es wurde in einem kokreativen Prozess und unter Berücksichtigung von Best-Practice-Beispielen erarbeitet, die miteinander zu neuen Lösungen kombiniert wurden.

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Das IASS auf der Weltklimakonferenz in Kattowitz

Vom 2. bis 14. Dezember wird auf der 24. Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP24) in Kattowitz am Regelwerk für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens gearbeitet. Das Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) ist mit einer ganzen Reihe von Expertinnen und Experten vor Ort. So wird IASS-Direktorin Patrizia Nanz bei dem internationalen Symposium „Safeguarding Our Climate, Advancing Our Society“ über die demokratische Gestaltung des Wandels zur Nachhaltigkeit sprechen. IASS-Direktor Mark Lawrence repräsentiert das Institut bei einer hochrangigen Versammlung der Climate and Clean Air Coalition.

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Blog Posts

LOSLAND

Kommunale Bürgerräte organisieren: Handbuch zeigt, wie’s geht

Vor kurzem wurde das Handbuch „Kommunale Bürgerräte organisieren“ veröffentlicht. Das RIFS ist Mitherausgeber des Werks, gemeinsam mit Mehr Demokratie e.V. und dem Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF) in Wuppertal. Der Leitfaden richtet sich an Personen der Beteiligungspraxis. Er enthält Erfahrungen und Tipps, die für die Anbahnung, Planung und erfolgreiche Umsetzung eines Bürgerratsprozesses auf kommunaler Ebene hilfreich sind.

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Ziele und Methoden der Deliberation

Stellen Sie sich drei Gruppen vor, die über dieselbe Frage beraten. Alle drei Gruppen wurden auf die gleiche Weise rekrutiert, sie beraten sich am selben Ort und haben für ihre Zusammenarbeit die gleichen Materialien zur Verfügung. Spielt es tatsächlich eine Rolle, wie die Moderation dieser deliberativen Prozesse durchgeführt wird? In unserem Paper versuchen wir zu erklären, warum es darauf ankommt und wie sich unterschiedliche Moderationsstile auf die Deliberation und ihre Ergebnisse auswirken.

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Wie werden kommunale Verwaltungen fit für die sozial-ökologische Transformation?

Die lokale Wärmewende gestalten, öffentliche Räume an den Klimawandel anpassen oder die Mobilitätswende anstoßen – Städte stehen vor großen Transformationsprozessen, um Klimaneutralität und Resilienz zu erreichen. Im Deutsch-Französischen Zukunftswerk begleiten wir forschend Städte in Frankreich und Deutschland, die sich mit großen Ambitionen auf den Weg gemacht haben, diesen Wandel zu gestalten.

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Ein Rückblick auf die ersten Jahre des Deutsch-Französischen Zukunftswerks von Gilles de Margerie

Gilles de Margerie, seit 2018 an der Spitze des Regierungsinstitutes France Stratégie, hat seit der Gründung des Deutsch-Französischen Zukunftswerks im Jahr 2020 die Aufgabe als dessen französischer Direktor übernommen. Im Gespräch mit seinem deutschen Amtskollegen Frank Baasner zieht er am Ende seiner Amtszeit als Generalkommissar eine erste Bilanz der Arbeit des Zukunftswerks.

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Zur Zukunft von Online-Beteiligung: Was sagen uns die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie und wie kann es jetzt weitergehen?

In einem neuen Discussion Paper werden die Erfahrungen mit Online-Kommunikation in der Corona-Zeit basierend auf Studien-Ergebnissen und verbunden mit eigenen Beobachtungen zusammengefasst und Schlussfolgerungen für die Zukunft von Online-Beteiligungsformaten gezogen. Insgesamt hat das „Corona-Experiment“ sehr deutlich die Grenzen von Online-Kommunikation vor Augen geführt - einige Lehren können hieraus für die Zukunft gezogen werden.

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Governance

Compliance, ESG und soziale Medien in Brasilien

Kürzlich wurde ich gefragt, ob Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance-Rahmen (ESG) lediglich eine andere Form der Unternehmens-Compliance oder vielleicht nur eine "Compliance mit zusätzlichen Schritten" sind. Während ich darüber nachdachte, wie diese Unterscheidung in der Praxis funktioniert, tauchte einige Tage später ein perfektes Beispiel auf, als die Regulierung von Social-Media-Plattformen in den Mittelpunkt der politischen Debatte in Brasilien rückte.

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15 europäische Städte als Vorreiter für urbane Resilienz: erstes internationales Superblock-Treffen zeigt Weg der Nachhaltigkeit auf

Ende März haben sich in Barcelona Politikerinnen und Politiker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 15 europäischen Städten getroffen, um ihre Erfahrungen bei der Umgestaltung von Städten auszutauschen auf ihrem Weg zu mehr urbaner Resilienz, mehr städtischem Grün und mehr verkehrsberuhigten öffentlichen Räumen. Ihre Erkenntnisse können die deutsche Mobilitätswende inspirieren.

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Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit

Infrastructuring environmental (in)justice: Zu den politischen Geographien von Energietechnologien in planetarischen Krisen

Die ambivalente Rolle materieller Infrastruktur (und insbesondere großflächiger Energiesysteme) in planetarischen Krisen hat in den letzten Jahren zunehmende wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren. RIFS Fellow Benno Fladvad hat dieses Thema in seinem Vortrag in der „Justice in Sustainability“-Vorlesungsreihe behandelt.

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Film zum Schwerpunktthema

Verschiedene Dimensionen von Gerechtigkeit in der Nachhaltigkeit

Das Team des IASS-Schwerpunktthemas 2022 „Gerechtigkeit in der Nachhaltigkeit“, ist stolz darauf, den Kurzfilm "Dimensionen der Gerechtigkeit in der Nachhaltigkeit" zu veröffentlichen. Der Film untersucht Gerechtigkeitsfragen im Zusammenhang mit der Klimakrise und der Dekarbonisierung der Energiesysteme. Er präsentiert prominente Stimmen von Menschen aus Wissenschaft, Aktivismus und Praxis, die an Veranstaltungen und Vorträgen im Rahmen des Schwerpunktthemas 2022 teilgenommen haben. Der Film bietet einen Überblick über die wichtigsten Debatten und Narrative in diesem Bereich und erkundet mögliche Wege zu einer gerechten Transformation.

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Gerechtigkeit in der Nachhaltigkeit

Afrikanische Umweltgerichtsbarkeit, Mobilisierung von Gemeinschaften und das Streben nach Nachhaltigkeit

Afrika ist ein Kontinent, der reich an Kulturen, natürlichen Ressourcen und biologischer Vielfalt ist. Dennoch steht der Kontinent vor vielfältigen ökologischen Herausforderungen, darunter Umweltverschmutzung, Abholzung und Artensterben. In einem kürzlich gehaltenen Vortrag vertrat Dr. Caiphas Brewsters Soyapi die Ansicht, dass traditionelles Wissen einen moralischen Kompass bietet, den die afrikanische Bevölkerung nutzen kann, um ihre eigene Antwort auf ökologische Probleme zu finden.

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Quo Vadis, Klimastreik?

Vor vier Jahren eroberte die von Schüler:innen angeführte Klimastreikbewegung die Welt im Sturm. Seither ist der Klimastreik ein fester Bestandteil im Repertoire der Klimabewegung. Doch trotz Millionen Teilnehmenden konnten die Massenproteste bislang keine zufriedenstellenden politischen Zugeständnisse erwirken. Das stellt die Bewegung vor ein strategisches Dilemma: Was heißt es überhaupt, inmitten einer Klimakrise zu streiken?

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Workshop am IASS

Woher, wohin und wie? Interdisziplinäre Perspektiven auf regionale Nachhaltigkeitstransformationen

Nachhaltigkeitstransformationen brauchen Veränderungen auf allen Ebenen. Es braucht Menschen, die den Mut haben, zielgerichtete Veränderungen anzugehen und befähigt sind, diese umzusetzen. Es braucht Vorreiter*innen und Projekte, die zeigen, dass nachhaltiges Handeln und Leben möglich ist. Und es braucht Vorgaben und Anreize, die helfen, dass die Transformation zur Nachhaltigkeit in der Breite erfolgt. Eine noch wenig untersuchte Frage ist, welche Rolle Regionen bei Nachhaltigkeitstransformationen spielen. Sie stand im Zentrum des Workshops „Transformations towards sustainability at the regional level“ am 25.11.2022 am IASS Potsdam.

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Friedrichstraße

Lehren für die partizipative Stadtentwicklung

Seit 2020 ist ein Abschnitt der Friedrichstraße für Menschen zu Fuß oder mit dem Fahrrad geöffnet und für dem Autoverkehr geschlossen. Das Berliner Verwaltungsgericht hat im Oktober verkündet, dass auf diesen circa 500 Metern der Friedrichstraße wieder Autos fahren sollen. Jenseits des Juristischen Streits dreht sich die Debatte darum, ob der Einzelhandel leidet, wenn Kunden nicht mit dem Auto kommen können. Aber diese Debatte greift zu kurz.

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"Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit"-Vorlesung

Was transformative Nachhaltigkeitsforschung von Bewegungen für Umweltgerechtigkeit lernen sollte

In der April-Veranstaltung der IASS-Vortragsreihe zum Schwerpunktthema "Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit" beleuchtete Dr. Leah Temper "gerechte Nachhaltigkeitstransformationen“ aus der Perspektive derjenigen, die vor Ort dafür kämpfen. Ihre Diskussion über Umweltgerechtigkeitsaktivismus führte uns zurück zu den Wurzeln des Zusammendenkens von Gerechtigkeit und Umweltpolitik. Erfahren Sie in dieser Zusammenfassung, was transformative Nachhaltigkeitsforschung von Bewegungen für Umweltgerechtigkeit lernen sollte. Sie können den Vortrag und die anschließende Fragerunde auch auf dem YouTube-Kanal des IASS ansehen (englisch).

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Wie kann die Beteiligung der Zivilgesellschaft ehrgeizige und gerechte Klimaschutzmaßnahmen gewährleisten?

Tasneem Essop, die Exekutivdirektorin des Climate Action Network (CAN), hat kürzlich am IASS einen inspirierenden Vortrag über die wichtige, aber oft verkannte Rolle der Zivilgesellschaft bei der Gewährleistung ehrgeiziger und gerechter Klimaschutzmaßnahmen gehalten. CAN ist ein globales Netzwerk von mehr als 1800 zivilgesellschaftlichen Organisationen aus über 120 Ländern, die gegen die Klimakrise kämpfen. Der Vortrag fand im Rahmen der monatlichen Vorlesungsreihe zum IASS-Schwerpunktthema „Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“ am 19. Mai 2022 statt.

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"Kampf für Agrar- und Umweltgerechtigkeit: Die Bauernbewegung im Nordwesten Indiens"

Der Kampf der Bauernbewegung im Nordwesten Indiens für Agrar- und Umweltgerechtigkeit war Thema des zweiten Vortrags der Reihe zum IASS-Schwerpunktthema „Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“. Unser Gast war Navdeep Boora, Doktorand am Indian Institute of Science Education & Research (IISER) Mohali. In seinem Vortrag gab Navdeep uns Einblicke in die Proteste der Bauern gegen den Versuch der indischen Regierung, den Agrarsektor des Landes bis 2021 weiter zu liberalisieren.

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Tagebau Turów

Impuls für den Strukturwandel - oder nur Zeitgewinn?

Lange stritten sich Polen und die Tschechische Republik vor dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) über den polnischen Braunkohle-Tagebau im grenznahen Turów, vor zwei Wochen erzielten sie nun eine außergerichtliche Einigung. Die sieht vor, dass die Tschechische Republik für Umweltschäden durch den Betrieb des Bergwerks entschädigt werden soll. Daraufhin zog die tschechische Regierung am 3. Februar ihre Klage vor dem EuGH zurück.

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Klimaklagen und planetare Gerechtigkeit – Auftakt zur Vortragsreihe „Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“

Die im April 2021 getroffene Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Fall Neubauer et al. vs. Deutschland hat weltweit große Aufmerksamkeit erzeugt. Louis Kotzé, Professor an der juristischen Fakultät der North-West University in Südafrika und derzeit als Klaus Töpfer Sustainability Fellow am IASS, sowie Jannis Krüßmann, ein junger Klimaaktivist, sprachen zu dem Urteil und seinen Folgen am 27. Januar 2022 im Rahmen des Schwerpunktthemas „Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“.

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Kiezblocks - Stadtgestaltung Top-down oder Bottom-up?

Die Debatte um Kiezblocks wurde in Berlin bislang vor allem durch die Zivilgesellschaft und Initiativen vorangetrieben. Mehr als 50 Initiativen haben es mit ihrem Engagement geschafft, dass die neue rot-grün-rote Koalition in Berlin Kiezblocks im Koalitionsvertrag verankert hat. Auch die Wissenschaft und die Verwaltung fangen an, sich mit dem Konzept zu beschäftigen. Wie aber sieht der Prozess von der Idee über die Forderung und den demokratischen Beschluss bis hin zur Umsetzung aus? Sind Kiezblock-Prozesse ein Kennzeichen der partizipativen Stadtgestaltung? Oder sind sie mit der Aufnahme in den Koalitionsvertrag eher Top-down-Regierungsprogramm? Und ist das überhaupt wichtig? Wir möchten mit diesem Blogpost versuchen ein wenig Klarheit zu schaffen.

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IASS Session zu Wissenschaft und Kunst

Nachhaltigkeitsforschung und Kunst – Verbündete für die Transformation von Narrativen

Eine Symphonie, von der schmelzenden Arktis komponiert, berührt das Publikum auf der COP25. Eine Fotografie inspiriert eine Politikwissenschaftlerin, ihre Recherchen zum Amazonas-Regenwald um eine Performance in einem Berliner Stadtwald zu erweitern. Und ein Museum für Zukünfte hat nicht nur ein Bildungsteam, das Workshops für seine Ausstellungen durchführt, sondern eine ganze Etage ist einem Land widmet, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Künstlerinnen und Künstler gemeinsam „verrückt werden“ können.

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Strukturen im Wandel – Lausitz aus der Nähe

Seit 2020 findet der Künstler und Fotograf Sven Gatter in der Niederlausitz Spuren des Zerfalls, die gleichzeitig Neuanfang und Diskursanlass sind. Die Ergebnisse seiner Arbeit möchte er nun in dem Künstlerbuch "ECHO TEKTUR. Ruinen und Modelle" zusammenführen. Begleitet wird er dabei von Johannes Staemmler, dessen Textbeitrag für das Publikationsvorhaben hier in gekürzter Fassung veröffentlicht wird. Vom 10. September bis 21. November 2021 sind Sven Gatters Arbeiten im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst zu sehen.

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Der Amazonas und der Klimawandel

Kann die Klimaschutzpolitik den Amazonas „retten“?

Diese Sorge um den Amazonas ist im internationalen Klimadiskurs weit verbreitet. In der Tat ist die „Rettung“ des Amazonas zum Wohle des Klimas unter Klimapolitikerinnen und -politikern und Forschenden gleichermaßen zu einem Sammelruf geworden. In diesem Beitrag möchte ich zeigen, dass die Eindämmung der Entwaldung im Amazonasgebiet zwar zweifellos bedeutsam ist, dass es allerdings problematisch ist, die Herausforderung als eine Mission zur „Rettung“ des Amazonas zu formulieren, um den Klimawandel zu bekämpfen.

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Was wissen Sie über die Lausitz?

Wie entwickelt man ein Gefühl für einen Ort? Ich fahre hin, fühle den Boden, schmecke die Luft, tauche meine Fingerspitzen ins Wasser, höre den Klängen zu, und eine Geschichte entsteht. Seit April arbeite ich an einem künstlerischen Projekt über die Lausitz, eine Region an der deutsch-polnischen Grenze. Die Lausitz hat mich von Beginn an fasziniert ‒ seitdem ich von den komplexen Identitätsstrukturen und der Geschichte der Sorben erfahren habe, einer slawischen Minderheit, die schon lange vor der Entstehung der heutigen Nationalstaaten in der Region ansässig war, lässt mich die Region nicht mehr los.

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Technocratic Residues in Transdisciplinary Research? A Reflection on the Methods and Political Roles of Sustainability Scholars

For scholars it is always hard to reflect about their role in sustainability transformations and conflicts. This predicament is tackled in a new special issue of the journal Social Epistemology that Ulli Vilsmaier (Leuphana) and I have just published. Contributors from several disciplines discuss the dilemma of control in transdisciplinary research in this special issue and consider how scholars can deal with their own involvement in power-ridden constellations.

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Bürgerräte in Berlin: Ideen für mehr Lebensqualität

Der Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg hat sich auf den Weg gemacht, im Rahmen eines landesfinanzierten „Pilotprojektes Bürgerbeteiligung“ eine neue Form der Partizipation zu erproben. Das IASS unterstützt die Politik bei der Umsetzung und längerfristigen Verankerung des Verfahrens.

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Strukturwandel und Nachhaltigkeit müssen zusammen gehen

Das Bundeskabinett will mit dem Strukturstärkungsgesetzes den Kohlerevieren in Deutschland Bundesmittel in Höhe von 40 Milliarden Euro in Aussicht stellen. Zusätzlich soll ein Sofortprogramm über 260 Millionen Euro kurzfristig Projekte anschieben. Die Wirkung dieser Mittel wird aber überschaubar bleiben, wenn Bund und Länder bei der Umsetzung des teuer erkauften Kohleausstieges nicht weitergehen als bisher angedacht.

Drei wesentliche Ziele drohen in den Hintergrund zu treten: Nachhaltigkeit ermöglichen, Regionales stärken, Transformation gestalten lernen.

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Durch Achtsamkeit zum klimaverträglichen Leben

Das Wissen um die globale Erwärmung und ihre Folgen für Mensch und Natur ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Erwärmung bis 2100 auf deutlich weniger als 2°C Erwärmung gegenüber vorindustriellem Niveau zu beschränken, ist weithin bekannt. Viele Vorschläge, die menschlichen Emissionen von CO2 zu reduzieren, setzen auf den...

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